Haus der Natur setzt auf Modernisierung mit wirkungsvollen Maßnahmen

Das Haus der Natur in Salzburg gehört mit über 7.000 m² Ausstellungsfläche und jährlich rund 330.000 Besuchern zu den größten und beliebtesten Museen Österreichs. 1924 gegründet, ist es seit mehr als 100 Jahren ein Ort der Wissensvermittlung und Begeisterung für Naturwissenschaften. Heute beschäftigt das Museum rund 85 Mitarbeitende, versteht sich als Partner von Land Salzburg und bekennt sich zu den Zielen der Klima- und Energiestrategie.

 „Nachhaltigkeit war immer schon ein Thema für das Haus der Natur. Mit unserer Geschichte, aber auch mit der Verantwortung gegenüber unseren Gästen wollen wir ein deutliches Zeichen für Klimaschutz setzen.“
Robert Lindner, Direktor Haus der Natur

Sehen Sie die bereits umgesetzten Maßnahmen im Film zum Haus der Natur - Museum für Natur und Technik

Technik modernisieren – Effizienz gewinnen
Eine besondere Herausforderung für mehr Klimaschutz stellt die Größe und Gebäudestruktur des Museums dar: 14.000 m² Nutzfläche und viele Installationen aus den 1950er-Jahren benötigen viel Energie. Umso wichtiger war als Startpunkt ein umfassendes Energiemanagement mit wirkungsvollen Maßnahmen:

  • Umstellung der Beleuchtung auf LED (Investitionsvolumen 400.000 €, Einsparung rund 170.000 kWh Strom jährlich)
  • Einführung eines Energiemonitoringsystems, das die größten Stromverbraucher sichtbar macht und die Absenkung der Grundlast ermöglicht
  • Optimierung der Einschaltzeiten, wodurch rund 36.500 kWh Strom eingespart werden konnten
  • Tausch von Fenstern und Dichtungen – für deutlich mehr Effizienz bei Wärme und Klimatisierung

„Unser größtes Potenzial ist nicht die Reduktion der Spitzenlast, sondern der Grundlast. Mit einem genauen Monitoring sehen wir, wo Energie unnötig verbraucht wird – und können gezielt gegensteuern.“
Torsten Klade, stellvertretender Direktor Haus der Natur

Ein weiterer wichtiger Schritt war 2024 der Einstieg in eine Energiegemeinschaft: Über das Kleinkraftwerk „Almschnecke“ bezieht das Museum künftig 15 bis 20 Prozent seines Strombedarfs aus lokaler, erneuerbarer Energie.

Nachhaltige Mobilität für Mitarbeitende und Gäste
Rund 330.000 Menschen besuchen das Haus der Natur jedes Jahr. Für eine klimafreundliche Mobilität spielt somit deren Anreise eine große Rolle. Ein Mobilitäts-Check durch das umwelt service salzburg brachte konkrete Verbesserungen in der Besucherinformation: Hinweise auf öffentliche Verkehrsmittel werden in Werbematerialien eindeutiger verankert, die Mitarbeitenden an der Telefonzentrale gezielt geschult und an der Museumskassa stichprobenartig Daten zur Mobilität der Gäste erhoben. Auch für das Team wurden nachhaltige Alternativen gestärkt: Zusätzliche Fahrradabstellplätze und ein neues Transportrad erleichtern die Anreise mit dem Rad. Für Transporte im Museumsalltag kommt ein E-Transporter zum Einsatz.

„Ich kann niemandem vorschreiben, wie er anreist. Aber ich kann die Informationen so aufbereiten, dass nachhaltige Alternativen sichtbar und leicht zugänglich sind.“
Robert Lindner, Direktor Haus der Natur

Bewusstsein schaffen – auch beim Abfall
Da im Haus der Natur jährlich rund 90 Tonnen Müll anfallen, ist eine funktionierende Mülltrennung besonders wichtig. Ein klarer System erleichtert diese: Die Abfalltrennung wurde in allen Bereichen erweitert und klar beschildert, sodass sie auch für Besucher leicht nachvollziehbar ist. Zusätzlich wurden Icons und visuelle Hinweise eingeführt, die die richtige Trennung noch einfacher machen. Für die Mitarbeitenden gibt es regelmäßige Schulungen, in denen das Thema Ressourcenschonung verankert ist, Nachhaltigkeit ist auch ein fixer Bestandteil des Schulungshandbuchs.

„Schon vor dem Umweltzeichen haben wir unseren Abfall getrennt – neu ist, dass wir auch unsere Gäste aktiv einbeziehen. Mit klarer Kommunikation lässt sich hier sehr viel erreichen.“
Elisabeth Scheicher, Nachhaltigkeitsbeauftragte Haus der Natur

Mitarbeitende als Schlüssel zum Erfolg
Die aktive Einbindung des Teams war von Anfang an entscheidend. Schon die Analyse des Ist-Zustands – Strom, Wasser, Wärme – machte sichtbar, wo die größten Hebel für Verbesserungen liegen. Auf dieser Basis konnten gemeinsam konkrete Maßnahmen entwickelt und erfolgreich im Alltag umgesetzt werden.

Auszeichnung macht Engagement sichtbar
Mit dem umwelt blatt salzburg 2025 wird das Haus der Natur in der Kategorie „klimabewusst vermitteln“ ausgezeichnet. Damit würdigt umwelt service salzburg das breite Engagement des Museums – von Energieeffizienz über Mobilität bis zur Besucherinformation.

„Das umwelt blatt salzburg macht unser Engagement im Klima- und Umweltschutz sichtbar – nach innen wie nach außen. Es zeigt, dass die Schritte, die wir setzen, wahrgenommen und anerkannt werden.“
Robert Lindner, Direktor Haus der Natur

Das Haus der Natur wurde begleitend beraten von Thomas Huber, Nicolas Heidrich, Markus Schuster aus dem Beraterpool von umwelt service salzburg.