05.08.26
Expert:innenaustausch mit MunichRE im WIFI Salzburg
Wie können sich Salzburger Unternehmen auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten und gleichzeitig ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken? Mit dieser Frage beschäftigten sich Vertreter:innen aus Wirtschaft, Versicherungswesen, Finanzsektor und öffentlicher Hand beim Expert:innenaustausch „Klima & Nachhaltigkeit" am 22. Juli 2026 im WIFI Salzburg. Gemeinsam mit dem größten Rückversicherer der Welt, der MunichRE, diskutierten das umwelt service salzburg, Vertreter:innen des Amtes der Salzburger Landesregierung sowie Beratungsunternehmen aktuelle Risiken und konkrete Handlungsmöglichkeiten für Betriebe.
Extremwetter betrifft Salzburg bereits heute
Die Auswirkungen des Klimawandels sind längst in Salzburg angekommen. Im Sommer 2026 werden neuen Temperaturrekorde aufgestellt und gleichzeitig ist das Land mit großer Trockenheit konfrontiert. Die Jahresmitteltemperatur ist im vergangenen Jahrzehnt um 0,9 °C gestiegen, ein Sommer bringt heute durchschnittlich rund 18 statt früher 13 Hitzetage mit Temperaturen über 30 °C. Gleichzeitig nehmen Starkregen- und Hagelereignisse zu. Wie die Münchner Rückversicherung eindrucksvoll mit Zahlen belegt, weisen alle Klimamodelle darauf hin, dass sich die Tendenzen weiter verstärken werden und auch in Salzburg bisher völlig unbetroffene Bereiche – wie der Hitze-Feuchtigkeit-Stress-Index – zunehmend zum Problem werden.
Sich selbst ein Bild machen für die eigene Lage
Österreich verfügt mit www.hora.gv.at über ein innovatives Tool, um ortsspezifische Informationen zu verschiedenen Risiken – von der Hitze über die Trockenheit bis Extremwetterereignissen und Überschwemmungen - abzufragen. Damit kann sich jeder selbst ein Bild über die zu erwartenden Entwicklungen an seinem Standort machen.
Ablesbar sind die Entwicklungen versicherungstechnisch bereits heute an der steigenden Häufigkeit größerer Schadensereignisse.Für Unternehmen bedeutet das: Klimarisiken sind kein abstraktes Zukunftsszenario mehr, sondern ein konkreter Kosten- und Standortfaktor. Produktionsausfälle, Schäden an Gebäuden und Infrastruktur oder Unterbrechungen in Lieferketten können erhebliche wirtschaftliche Folgen haben.
Vorsorge statt auf den ersten Schaden warten
Die gute Nachricht ist, dass in Österreich und Europa im Vergleich zu anderen Erdregionen einen großes Bewusstsein für die Notwendigkeit von Versicherungsschutz besteht. Die MunichRe berichtet, dass vor allem jene, die schon mal betroffen waren, gut sensibilisiert sind. Während drei Viertel der bereits betroffenen Betriebe mit weiteren Schäden rechnen, tun dies nur knapp 15% von jenen, die bislang verschont geblieben sind. Fazit: Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit den eigenen Risiken lohnt sich in jedem Fall, auch um spezifisch auf die eigenen Risiken vorbereitet zu sein.[AR1]
Damit ist nicht nur die passende Versicherung gemeint, sondern auch etwaige Vorkehrungen. Tobias Grimm, Wissenschaftlicher Leiter Klimaanalysen bei der MunichRe, hat die Dringlichkeit von höheren Investitionen in Prävention und Klimawandelanpassung unterstrichen. Diskutiert wurde, was man auf regionaler Ebene tun kann - seitens öffentlicher Hand und seitens der Unternehmen: Als allererster Punkt wurde von den Expert:innen die Raumordnung genannt. Die richtigen Standorte, die Reduktion von Versiegelung und die Stärkung von Begrünung sind u.a. die wichtigsten Maßnahmen überhaupt. Gefordert ist hier die öffentliche Hand in ihren planerischen Tätigkeiten, aber auch Unternehmen können diese Punkte in ihren Planungen einbeziehen.
Die eigene Verwundbarkeit gezielt reduzieren
Naturgefahren lassen sich kaum beeinflussen. Sehr wohl steuern können Unternehmen jedoch ihre eigene Verwundbarkeit. Bauliche Schutzmaßnahmen, technische Vorkehrungen und organisatorische Notfallpläne tragen dazu bei, Schäden zu vermeiden oder deren Auswirkungen deutlich zu reduzieren. Genau hier setzt die professionelle Beratung wie zum Beispiel von umwelt service salzburg an: Sie hilft Unternehmen dabei, Risiken sichtbar zu machen und konkrete Maßnahmen abzuleiten, bevor ein Schaden eintritt.
Dokumentierte Vorsorge bringt auch finanzielle Vorteile
Klimarisikomanagement ist nicht nur eine Frage der Sicherheit, sondern zunehmend auch ein wirtschaftlicher Vorteil. Betriebe, die ihre Risiken analysieren und getroffene Schutzmaßnahmen dokumentieren können, gelten als besser vorbereitet und damit als weniger riskant. Das kann sich bei Gesprächen mit Versicherungen ebenso positiv auswirken wie bei Finanzierungsentscheidungen von Banken. Aus präventiven Investitionen wird damit ein finanzieller Mehrwert für den Betrieb. In diesem Kontext wurde bei der Veranstaltung mit anwesenden Bankenvertreter:innen das Thema Nachhaltigkeitsinformationen adressiert. Eine strukturierte Erfassung von Risiken wird bei der Kreditvergabe ebenfalls als unterstützend gewertet.
Neuer Hitze- & Starkniederschlag-Check unterstützt Unternehmen
Mit dem neuen Beratungsmodul „Hitze- & Starkniederschlag-Check" bietet das umwelt service salzburg Unternehmen eine praxisnahe Unterstützung beim Einstieg ins Klimarisikomanagement. Im Rahmen der Beratung werden der Standort und die betrieblichen Risiken analysiert, mögliche bauliche, technische und organisatorische Maßnahmen bewertet und konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet. Der abschließende Bericht dient als praxisorientierte „Hilfe zur Selbsthilfe" und zeigt auf, wo Handlungsbedarf besteht und welche Schritte sinnvoll sind.





