Lastmanagement als Schlüssel zur Kostensenkung

Vor Weihnachten wurden das Elektrizitätswirtschaftsgesetz, kurz ElWG (Günstiger-Strom-Gesetz) von der Bundesregierung beschlossen. Damit die Energiekosten wirklich reduziert werden können, müssen Unternehmen aktiv handeln. In dieser 5-teiligen Serie greifen wir besonders relevante Elemente des Gesetzes heraus und informieren über mögliche Handlungsoptionen.

Lastmanagement als Schlüssel zur Kostensenkung - Teil 1/5

Das Günstiger-Strom-Gesetz will den Netzausbau bedarfsgerecht gestalten und die vorhandenen Kapazitäten effizienter nutzen. Betriebe, die sich netzdienlich verhalten, werden zukünftig belohnt. Netzdienlich bedeutet in diesem Kontext, dass Stromverbrauch (und Einspeisung) so gesteuert werden, dass Lastspitzen vermieden werden. Lastspitze beschreibt dabei die maximale Strommenge, die zu einem bestimmten Zeitpunkt von allen Verbrauchern des Unternehmens zusammen bezogen bzw. von allen Produzenten (zB PV-Anlage) eingespeist wird.

Dazu wird das Netz(nutzungs)entgelt stärker als bisher von der in Anspruch genommenen Leistung (Last) und der zu diesem Zeitpunkt bestehenden Belastung des gesamten Stromnetzes abhängen. Das bedeutet, dass in Zukunft, neben der bezogenen Strommenge, sowohl die Leistung als auch der Zeitpunkt des Strombezugs viel ausschlaggebender für die schlussendlich abgerechneten Energiekosten sein werden. Unternehmen, die sparen möchten, sollten daher die gleichzeitige Aktivierung großer Stromverbraucher so weit wie möglich reduzieren.

Für die Reduktion von Lastspitzen sind Unternehmen im ersten Schritt aufgefordert, sich mit Ihrem Stromverbrauch intensiver zu beschäftigen. Durch Smart-Meter ist es relativ einfach, das exakte Lastprofil eines Unternehmens zu erstellen. Das neue Gesetz unterstützt nochmals die diesbezügliche Transparenz. Die Abbildung zeigt als Beispiel typische Lastprofile unterschiedlicher Verbraucher eines Hotelbetriebs (weitere Lastprofile finden Sie unter https://www.npro.energy/main/de/load-profiles).

Im zweiten Schritt folgt die Analyse, um sich in der Folge mit der Optimierung zu beschäftigen. Dabei wird überlegt, welche Verbraucher man etwaig zeitlich verschieben könnte, um Last zu reduzieren.

„Viele Maßnahmen sind ohne Investition möglich. Durch eine verhältnismäßig einfache Analyse des Strombezugs können konkrete Schritte abgeleitet werden.“
Ingo Obermoser, Energieberater beim umwelt service salzburg.

Praktisches Beispiel (Grafik): Das Hotel könnte zB den Warmwasserspeicher anders bewirtschaften und/oder für Gäste einen reduzierten Tarif für eLaden zur Mittagszeit (womit es auch von flexiblen Tarifen profitieren würde, mehr dazu im nächsten Beitrag) anbieten und gleichzeitig abends mehr fürs Laden verlangen. Außerdem könnte es das Aufheizen im Spa-Bereich so planen, dass nicht alle Anlagen zugleich auf Volllast laufen.

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Mit modernen digitalen Tools kann die Steuerung automatisiert werden. Dadurch wird Lastmanagement umfassend einsetzbar. Jedes Unternehmen hat individuelle Möglichkeiten zur Optimierung und kann durch aktives Handeln seine Stromkosten reduzieren. „Das Thema bleibt komplex. Wir empfehlen Unternehmen mit relevantem Energiebedarf deshalb sich professionelle Unterstützung durch Berater zu holen, um wirtschaftlich die beste Lösung zu identifizieren“ rät Alexander Rehbogen vom umwelt service salzburg.

Den eigenen Stromverbrauch zu kennen ist nicht nur die Grundlage, um Lastspitzen zu vermeiden. Man kann dieses Wissen außerdem nutzen, um von flexiblen Stromtarifen zu profitieren und die eigene Stromproduktion (zB durch Photovoltaik) optimal einzusetzen.

Unser gefördertes Beratungsangebot "Lastmanagement & Speicher" unterstützt Salzburger Unternehmen - profitieren Sie durch intelligentes Lastmanagement, mehr Eigenverbrauch, weniger Spitzenlasten, mehr erneuerbare Energien, weniger Kosten.