Stromkostenbremse: Eigenproduktion lohnt sich
Das Elektrizitätswirtschaftsgesetzt (ElWG) – auch bekannt als das Günstiger-Strom-Gesetz – verändert die Spielregeln: Wer seinen Stromverbrauch kennt und Lastspitzen reduziert, spart bares Geld. Teil 1 unserer Artikelserie zeigte, wie Lastmanagement Spitzen glättet und Kosten senkt. Der nächste Schritt für Salzburger Betriebe lautet jetzt: Eigenstromproduktion. Denn wer sein Lastprofil kennt, setzt selbst erzeugten Strom dort ein, wo er den größten Nutzen bringt.
Warum gezielte Eigenstromproduktion jetzt entscheidend ist
Das ElWG schafft neue Anreize für Unternehmen, die den Eigenverbrauch von selbst produziertem Strom belohnen:
- Direkte Kostensenkung: Jede selbst genutzte Kilowattstunde, die gleichzeitig die Lastspitzen im Betrieb senkt, verdrängt teuren Netzbezug aufgrund von flexiblen Tarifen und leistungsabhängigen Netzentgelte.
- Planungssicherheit und Unabhängigkeit: Eigenstrom mindert Preisspitzen und trägt zur Versorgungssicherheit am Standort bei.
- Wettbewerbsvorteil: Ein niedriger und stabiler Energie Eigenanteil stärkt Marge und Angebotspreise. Diese Kalkulationssicherheit wird spürbar in Ausschreibungen und im täglichen Geschäft – gerade in Zeiten steigender Energiepreise und Lohnkosten.
Wer profitiert besonders?
„Eigenstrom ist kein Zukunftsthema mehr, sondern eine Investition, die sich für Salzburger Betriebe sofort rechnet.“
Alexander Rehbogen, Geschäftsführer umwelt service salzburg
In Salzburg profitieren vor allem Hotellerie und Gastronomie mit hohem Tagesbedarf (Küche, Wäscherei, Wellnessbereich), Gewerbe und Produktion mit konstanten Grundlasten sowie Handel mit großen Dachflächen. Diese Betriebe können einen hohen Eigenverbrauchsanteil erreichen – der entscheidende Hebel für die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen. Beispielsweise installierte ein Salzburger Hotel mit 1100 MWh Jahresverbrauch eine 185 kWp PV-Anlage und deckt damit rund 18 % seines Strombedarfs selbst. [MS1] [MS2] Ergebnis: deutlich niedrigere Stromkosten und auch ohne Förderungen eine Amortisationszeit von 5 Jahren trotz konservativer Annahmen.
Ihr Weg zur Eigenstromproduktion – einfach starten
Eigenstrom ist machbar und lohnt sich vom ersten Tag an. So setzen Sie Ihr Projekt um:
- Schritt 1: Analyse – Klarheit schaffen
Beginnen Sie mit einer soliden Basis: Prüfen Sie Ihr Lastprofil und den Jahresverbrauch (nutzen Sie die Erkenntnisse aus Ihrer Lastmanagement-Analyse). Wo liegen Grundlast und Spitzen? Wie verteilt sich der Bedarf übers Jahr? Diese Analyse ist Ihr Schlüssel, um Eigenstrom dort einzusetzen, wo er den größten Nutzen bringt. - Schritt 2: Planung – Potenziale nutzen
Jetzt wird’s spannend: PV ist für KMU die pragmatischste Lösung. Entscheidend ist nicht die größte Anlage, sondern die passende Größe zur Lastkurve.
- Flächen entdecken: Dächer, Carports, Fassaden und freie Parkflächen bieten oft mehr Potenzial als gedacht.
- Die richtige Größenordnung: Ziel ist, den Tagesbedarf breit zu decken – nicht Voll-Einspeisung ins Netz.
- Regeln im Blick: Ab 2027 kann ein Versorgungsinfrastrukturbeitrag ab 20 kW anfallen. Netzbetreiber dürfen neue PV-Anlagen begrenzt drosseln (mindestens 70 % Leistung bleiben). Ab 3,68 kW ist ab 2026 Fernsteuerbarkeit Pflicht.
- Rechnen lohnt sich: Kalkulieren Sie Investition, Betriebskosten, Ertrag, Eigenverbrauchsquote und mögliche Förderungen. So sehen Sie, wie schnell sich Eigenstrom bezahlt macht. - Schritt 3: Umsetzung – Ihr Projekt wird Realität
Jetzt geht’s los: Angebote vergleichen, Netzanschluss klären, Förderungen sichern – und den Starttermin fixieren. Planen Sie Monitoring und Wartung, damit Ihre Anlage langfristig wirtschaftlich bleibt und dauerhaft Vorteile bringt.
Fazit
Wer heute startet, produziert zur nächsten Hochsaison eigenen Strom – und sichert sich Kostenvorteile.
Das umwelt service salzburg unterstützt Sie mit 50 % geförderter Beratung, damit Sie alle Schritte effizient umsetzen. Teil 3 unserer Serie zeigt, wie flexible Strompreise zusätzlich zur Kostensenkung beitragen.





