Energiezukunft gestalten – Was das ElWG für Unternehmen bedeutet
In Kooperation mit klimaaktiv, der Klimaschutzinitiative des Bundes, dem umwelt service salzburg und der Austrian Energy Agency fand am 10. März 2026 die hochkarätige und ausgebuchte Veranstaltung „Managementkompetenz Energie: Rechtliche Neuerungen & praxisnahe Lösungen“ im Plenarsaal der Wirtschaftskammer Salzburg statt. Bereits zu Beginn wurde klar:
Die Energiewende und das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) verändern die Rahmenbedingungen für Unternehmen tiefgreifend – und verlangen von Unternehmen mehr Aufmerksamkeit, Wissen und strategische Kompetenz im Energiemanagement.
Nach der Begrüßung durch WKS-Vize-Direktorin Anita Wautischer erhielten die Teilnehmenden von Barbara Weichsel-Goby (BMWET) und Günter Pauritsch (AEA) kompaktes Fachwissen und konkrete Handlungsempfehlungen, um die kommenden Anforderungen ebenso wie neue Chancen erfolgreich zu nutzen.
Alle Präsentationen, Keynotes und die Podiumsdiskussion können Sie hier nachschauen!
Die Energiewende bringt mit dem neuen Strommarktgesetz steigende Komplexität, aber auch neue Möglichkeiten für Unternehmen. Das stellt vor allem Führungskräfte vor neue Herausforderungen, rechtliche Neuerungen zu verstehen, Energiedaten effizient zu nutzen, Leistungsspitzen zu reduzieren und strategische Investitionen zu planen.
Nur wer seine Energiedaten kennt und regulatorische Entwicklungen im Blick hat, kann Kosten sparen, Risiken minimieren und Wettbewerbsvorteile sichern.
In der Veranstaltung erhielten die Besucher praxisnahe Einblicke von verschiedensten Expert:innen zu:
- aktuellen rechtlichen Änderungen (inkl. ElWG)
- der Bedeutung von Managementkompetenz im Energie- und Lastmanagement
- entscheidenden Energiedaten und modernen Monitoring-Tools
- technischen Lösungen für KMU – von einfachen Systemen bis zu professionellem Energiemanagement
Zusammenfassung unsere Programm-Highlights & Expert:innen-Inputs inkl. Filme zu den Vorträgen
Rechtlicher Rahmen für Energieeffizienz (EED III)
Barbara Weichsel-Goby, Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus
Sie ordnete das ElWG als Umsetzung einer lange ausstehenden EU-Richtlinie und als größte Strommarktreform seit 20 Jahren ein. Die Komplexität resultiere aus dem Ausgleich vieler Interessen. Ihr zentraler Punkt: Das Prinzip „Energy Efficiency First“ muss zur Grundlage energierelevanter Entscheidungen werden.
Film zum Vortrag von Barbara Weichsel-Goby
Das neue ElWG aus Sicht der Unternehmen
Günter Pauritsch, Austrian Energy Agency
Er analysierte neue Kostenkomponenten wie den moderaten Versorgungsinfrastrukturbeitrag und die künftige leistungsorientierte Tarifstruktur, bei der rund 40 % der Netzkosten über Leistungspreise abgedeckt werden sollen. Batteriespeicher seien bedeutend – aber nur mit klaren Regeln zur „Systemdienlichkeit“.
Film zum Vortrag von Günter Pauritsch
Relevante Energiedaten & effiziente Organisation
Ingo Obermoser, OBERMOSER Facility Management Consulting
Er zeigte, welche Energiedaten für Unternehmen entscheidend sind und wie eine strukturierte Datenerfassung die Basis für erfolgreiche Optimierungen schafft.
Film zum Vortrag von Ingo Obermoser
Digitalisierung im Bestand
Kevin Filzwieser, Netconnect Consulting GmbH
Er präsentierte praxisnahe Digitalisierungsansätze, die den Einstieg in Monitoring und Automatisierung erleichtern.
Film zum Vortrag von Kevin Filzwieser
Dynamische Energiepreise, Lastmanagement & Sektorkopplung
Markus Leeb, LINK3 GmbH
Er erläuterte die zukünftige Rolle dynamischer Preise und die Bedeutung eines integrierten Energiemonitorings.
Film zum Vortrag von Markus Leeb
Lastmanagement & Sektorkopplung
Dominik GABRIEL, Loxone Austria GmbH
Er zeigte konkrete Anwendungsfälle, wie Unternehmen Lastspitzen reduzieren und Energieflüsse intelligent steuern können.
Film zum Vortrag von Dominik GABRIEL
Lastmanagement, Speicher, Energiegemeinschaften & Co.
Thomas Huber, Holistic Green Consulting
Er gab einen Überblick über praktikable Maßnahmen und deren wirtschaftliche Wirkung.
Film zum Vortrag von Thomas Huber
Energiemanagement mit System
Gergely Kovacs, Ingenieurbüro S&T e.U.
Er zeigte die Bedeutung strukturierten Energiemanagements für kontinuierliche Verbesserungen auf.
Film zum Vortrag von Gergely Kovacs
Vom Datenchaos zur klaren Unternehmenssteuerung
Merlin Schönthier-Richter, umwelt service salzburg
Er machte deutlich, wie Unternehmen Energiedaten erfolgreich nutzen können, um Transparenz zu schaffen und gezielt zu steuern.
Film zum Vortrag von Merlin Schönthier-Richter
Podiumsdiskussion: Leistung wird zum zentralen Kostenfaktor
In der Podiumsdiskussion wurde besonders deutlich: Leistung statt Kilowattstunden entscheidet künftig über Energiekosten. Unternehmen müssen daher ihr Lastverhalten viel stärker im Blick behalten. Daniel Reiter (Salzburg Netz GmbH) erläuterte die Entwicklung zu flexiblen, stundenbasierten Tarifen. Er mahnte, dass Marktoptimierung nicht immer Netzoptimierung ist und betonte die Verschiebung von Energie- zu Leistungsoptimierung. Manfred Rosenstatter (ALUMERO Group) sah große Chancen für Wettbewerbsfähigkeit. Er riet, Lastprofile genau zu analysieren, bevor dynamische Tarife genutzt werden. Rosenstatter nannte außerdem den Peer-to-Peer-Stromhandel einen echten „Game Changer“ und empfahl daher eine klare Kombination: PV + Speicher + intelligentes Energiemanagement! Guenter Pauritsch (AEA) erklärte die neue leistungsorientierte Netztarifierung. Zudem beleuchtete er die Rolle von Batteriespeichern und den Bedarf klarer Regeln. Zuguterletzt ordnete Barbara Weichsel-Goby (BMWET) die Reform energiepolitisch ein. Weichsel-Goby betonte vor allem die Effizienz und Systemdenken als Erfolgsfaktoren.
Film zur Podiumsdiskussion
Unser Fazit
Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie stark das neue Strommarktgesetz die strategische Ausrichtung von Unternehmen beeinflussen wird.
Leistungsmanagement, digitale Monitoringlösungen und fundierte Managementkompetenz werden zu zentralen Stellschrauben, um Energiekosten zu kontrollieren und Chancen der Energiewende zu nutzen. Das große Interesse und die engagierten Diskussionen machen deutlich: Unternehmen wollen aktiv gestalten – und sie brauchen verlässliche Orientierung.








