So machen Salzburger Betriebe ihre Kommunikation zukunftssicher!

Die Empowering Consumers Directive (EmpCo) der EU stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen: Verbraucher:innen sollen durch transparente Informationen, faire Praktiken und nachhaltige Angebote gestärkt werden. Zur Bekämpfung von Greenwashing und Stärkung informierter Kaufentscheidungen hat die EU bereits im Jahr 2024 die EmpCo beschlossen. Ab dem 27. September 2026 gelten die Vorgaben rechtlich verbindlich und ohne weitere Übergangsfristen.

„Die EmpCo sorgt dafür, dass Nachhaltigkeitskommunikation künftig auf Fakten statt Schlagworte baut. Viele Betriebe erleben das Thema anfangs als Verpflichtung. Tatsächlich ist es eine Chance, klare und überprüfbare Kommunikation zur eigenen Stärke zu machen. Ein Compliance-Check ist daher jedem Unternehmen zu empfehlen.“
Sabrina Hofmeister, Expertin für Nachhaltigkeitsmanagement und unabhängige Beraterin beim umwelt service salzburg

Eine strukturierte Datenbasis und die Zusammenarbeit von Nachhaltigkeit und Marketing werden zunehmend wichtiger, um die eigenen Beiträge authentisch und zugleich rechtskonform zu kommunizieren.

Was die EmpCo konkret vorschreibt
Die EmpCo regelt einige Aspekte der Nachhaltigkeitskommunikation und des Verbraucherschutzes neu. Zudem werden bestimmte Praktiken künftig per se verboten und in einer „schwarzen Liste“ aufgenommen. Die Verwendung von Nachhaltigkeitssiegeln wird damit stärker reglementiert. Nicht-staatliche Nachhaltigkeitssiegel müssen künftig auf einem „Zertifizierungssystem“ mit transparenten Kriterien und unabhängiger Prüfprozesse basieren. Ein positives Beispiel ist das Österreichische Umweltzeichen, das als staatlich anerkanntes Nachhaltigkeitssiegel für Produkte und Dienstleistungen EmpCo-konform ist. Da sich das per se Verbot auf das Anbringen nicht-konformer Siegel bezieht, sollten Unternehmen ihre aktuell verwendeten Siegel prüfen und klären, ob Eigenmarken oder private Labels zulässig sind.

„Allgemeine Umweltaussagen wie ‚nachhaltig‘, ‚energieeffizient‘, ‚grün‘, ‚klimafreundlich‘, ‚öko‘ oder ‚umweltfreundlich‘ ohne Spezifizierung oder Nachweis der tatsächlichen Umweltauswirkungen gehören mit der EmpCo der Vergangenheit an. Denn fortan zählen nur noch überprüfbare Fakten.“
Sabrina Hofmeister, Expertin für Nachhaltigkeitsmanagement und unabhängige Beraterin beim umwelt service salzburg

Dies betrifft derzeit die meisten Unternehmen, da derartige Begriffe aktuell zur gängigen Kommunikation auf Webseiten, Broschüren oder in der Werbung gehören. Durch eine Überprüfung der Aussagen schützen sich Salzburger Betriebe künftig gezielt vor rechtlichen Risiken und unnötigen Abmahnungen. Auch Aussagen über anstehende Umweltleistungen (z.B. Klimaneutralität bis 2030) sind künftig nur noch erlaubt, wenn ein transparenter und nachvollziehbarer Umsetzungsplan mit veröffentlichten Zwischenzielen vorliegt. Das hebt die Relevanz von Klima-Transitionsplänen, die auch in dem freiwilligen KMU-Berichtsstandard der EU (VSME) und der Initiative „Science Based Targets initiative“ verankert sind. Wer seine Nachhaltigkeitsziele transparent und nachvollziehbar belegt, gewinnt bei Kund:innen, Mitarbeitenden und Geschäftspartner:innen fortan an Vertrauen.

Von Tourismus bis Handel: alle Branchen sind im Fokus der EmpCo
Die Vorgaben der EmpCo sollen einerseits in eine Novellierung des Verbraucherschutzes und andererseits des Gesetzes für unlauteren Wettbewerb (UWG) auf nationaler Ebene einfließen. Die neuen Vorgaben adressieren daher alle Marktteilnehmende, welche kommerzielle Mitteilungen durchführen. Also praktisch jede Branche:

  • Tourismus & Freizeit: Begriffe wie „grün reisen“ oder „klimafreundliches Hotel“ müssen belegt sein, etwa durch das Österreichische Umweltzeichen.
  • Industrie & Produktion: Veröffentlichung von Umweltzielen muss durch Umsetzungspläne belegt werden. Ein strukturiertes Datenmanagement und zertifizierte Umweltmanagementsysteme sind die Basis.
  • Gewerbe & Handwerk: Lokale Betriebe profitieren, wenn sie ihre ressourcenschonende Arbeit mit klaren Nachweisen nach außen zeigen.
  • Handel & Dienstleistungen: Von Werbebroschüre bis Onlineshop, jede grüne Aussage muss belegt sein.

„Gerade in Salzburg, wo Wertschöpfungsketten regional und branchenübergreifend gestaltet sind, schafft die EmpCo neue Qualitätsstandards im Markt. Ein Check der eigenen Kommunikation auf EmpCo-relevante Claims ist daher allen Unternehmen angeraten.“
Sabrina Hofmeister, Expertin für Nachhaltigkeitsmanagement und unabhängige Beraterin beim umwelt service salzburg

Sofortiges Handeln ist notwendig
Da die EmpCo auf EU-Ebene bereits am 27. September 2026 (nach entsprechender nationaler Umsetzung) anwendbar wird, sollten Unternehmen bereits jetzt die notwendigen Vorbereitungen treffen. Unternehmen, die dann gegen die EmpCo-Vorgaben verstoßen, riskieren empfindliche Folgen:

  • Bußgelder ab 4% des Jahresumsatzes (oder mind. 2 Mio. € bei unbekanntem Umsatz). Diese EU-Mindestvorgabe für schwere, grenzüberschreitende Verstöße (geltende Fassung der Richtlinie 2005/29/EG) greift nun auch für die EmpCo.
    Die deutsche Umsetzung der EmpCo regelt dies folgendermaßen: Für Unternehmen über 1,25 Mio. € Umsatz drohen Bußgelder bis 4 % des Umsatzes (oder max. 2 Mio. € bei unbekanntem Umsatz).
  • Abmahnungen, Unterlassungsklagen und Reputationsschäden
  • Verlust von Vertrauen und Kundenbindung, wenn Greenwashing-Vorwürfe öffentlich werden.

So werden Betriebe EmpCo-fit

  1. Verständnis aufbauen und sensibilisieren
    Verantwortlichkeiten in Marketing, Nachhaltigkeits- und Compliance-Bereichen festlegen und für die EmpCo schulen.
  2. Bestehende Kommunikation prüfen
    Website, Broschüren und Produkttexte auf unpräzise Begriffe oder unbelegte Umweltaussagen analysieren.
  3. Belege und Daten strukturieren
    Nachweise dokumentieren, z. B. Zertifikate, Energie- oder Ressourcendaten. Eine zentrale ESG-Datenbasis erleichtert Prüfungen, spart Zeit und stärkt die Rechtssicherheit.
  4. Freigabeprozesse anpassen
    Einen „EmpCo-Check“ in die Kommunikationsfreigabe integrieren und die Zusammenarbeit zwischen Nachhaltigkeitsmanagement und Marketing stärken.

Viele Salzburger Betriebe nutzen bereits die Gelegenheit, ihre Nachhaltigkeitsleistung präzise zu belegen. Das schafft Vertrauen und hebt zukunftssicheres Wirtschaften auf eine neue Qualitätsstufe. „Gerade für regional verwurzelte Betriebe kann klare Kommunikation den entscheidenden Unterschied im Wettbewerb ausmachen“, erklärt Hofmeister.

„Das umwelt service salzburg bietet hierfür geförderte Beratungen, die Sie auf dem Weg zur ‚EmpCo-Fitness‘ unterstützen.  Diese reichen von staatlich anerkannten Zertifizierungen wie das Österreichische Umweltzeichen, ISO 14001 oder EMAS bis hin zu Beratungen, die die Basis für transparente Kommunikation bieten, etwa Energie-Checks, Klimabilanzierungen oder weitere Nachhaltigkeitsberatungen. So erhalten Salzburger Betriebe Klarheit, Sicherheit, echte Orientierung und verwandeln gesetzliche Anforderungen in strategische Chancen“, informiert Alexander Rehbogen, Geschäftsführer des umwelt service salzburg.

Unser TIPP: Praxiswissen vertiefen: im kostenlosen EmpCo-Webinar
Sie wollen sich vertiefend mit den Anforderungen der EmpCo-Richtlinie auseinandersetzen? Im kostenlosen Webinar „Der Weg zur „EmpCo Fitness“ – Tipps für die Praxis erfahren Betriebe, welche Auswirkungen die EmpCo auf Nachhaltigkeitskommunikation hat und wie sie pragmatisch im ESG-Management umgesetzt werden kann.

Klare Kommunikation schafft Vertrauen
„Die EmpCo ist kein bürokratisches Hindernis, sondern ein Werkzeug: Sie schafft Klarheit, Fairness und Vertrauen in der Nachhaltigkeitskommunikation“, sagt Hofmeister abschließend. „Wer sich jetzt vorbereitet, kann sein Unternehmen nicht nur gesetzeskonform, sondern auch glaubwürdig positionieren.“

Profil Sabrina Hofmeister
Sabrina Hofmeister ist Expertin für Nachhaltigkeitsmanagement. Als Beraterin im Beaterpool des umwelt service salzburg begleitet sie Unternehmen, um resilienter und wettbewerbsfähiger zu werden und glaubwürdige Kommunikation zu gestalten.