Was Unternehmen jetzt tun können.
Planbarkeit wird für Unternehmen zunehmend schwieriger. Nach einer Phase der Beruhigung geraten die Energiepreise mit der Irankrise erneut unter Druck – ausgelöst durch internationale Krisen und eine fragile Versorgungslage in Europa ist die Unsicherheit am Energiemarkt gekommen um zu bleiben. Für Unternehmen in Salzburg bedeutet das vor allem eines: Energie bleibt ein Kosten- und Risikofaktor, der aktive Entscheidungen verlangt.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Heizöl liegt aktuell rund 40 Prozent über dem Vorjahresniveau. Konkret heißt das: Ein Dreisternhotel mit 100 Betten zahlt aktuell allein für das Heizöl über 10.000 Euro mehr als im Vorjahr. Bei einem größeren Viersternhaus mit Spa liegen Mehrkosten schnell über 50.000 Euro.
Der Gaspreis ist an Börsen seit Beginn der Iran-Krise ebenfalls von 35 auf 50 Euro gestiegen. Analysten rechnen aufgrund der LNG Knappheit und der bevorstehenden Füllung der Speicher sogar damit, dass die Preise weiter anziehen könnten. Auch wenn Gaspreise bei längerfristigen Verträgen erst mit Verzögerung weitergegeben werden, sind die Implikationen klar. Und durch das Merit-Order-System am Strommarkt ziehen hohe Gaspreise auch die Stromkosten nach oben.
Der beste Hebel: Unabhängigkeit schaffen
„Die Stärkung der Unabhängigkeit mit erneuerbaren Energieträgern ist die beste Versicherung gegen internationale Preis- und Versorgungskrisen", betont Jan Rosenow, Professor für Energie- und Klimapolitik an der Oxford University. Diese Erkenntnis ist sowohl für Regionen als auch für einzelne Betriebe gültig und wurde kürzlich im Fachforum Strompreise auch von der IV aufgegriffen.
Doch Unternehmen sind den Entwicklungen nicht schutzlos ausgeliefert. In Zeiten schwankender Preise gewinnen Planbarkeit und Versorgungssicherheit an Bedeutung. Das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz ermöglicht neue Formate, wie gemeinsame Energienutzung (vgl. Interview M. Schwarz) oder Power Purchase Agreements (langfristige Direktabnahmeverträge), um Preise kalkulierbarer zu machen. Auch Eigenversorgung zB durch PV und Speicher tragen zur Versorgungs- und Kostensicherheit bei. Und zuletzt erhält die Energieeffizienz in diesen Zeiten als Dauerbrenner noch mehr Gewicht.
Vorbereitet sein, Schritte setzen
Gerade in unsicheren Zeiten gilt: Nicht abzuwarten schafft Sicherheit, sondern vorbereitet zu sein. Eine gute Grundlage dafür bietet der Energiecheck des umwelt service salzburg. Die Beratung wird mit 50 Prozent gefördert und unterstützt Unternehmen dabei, wirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen für mehr Energieeffizienz, geringere Kosten und größere Unabhängigkeit zu identifizieren.





